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Florian Fine Wine

2023 St. Henri Shiraz Penfolds South Australia 0,75l

2023 St. Henri Shiraz Penfolds South Australia 0,75l

Normaler Preis €109,00 EUR
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Produkt Information

Land:
Australien
Region:
Barossa Valley
Weintyp:
Rotwein
Rebsorte:
Shiraz
Inhalt:
0,75 l
Alkoholgehalt:
14,5 %

2023 St. Henri Shiraz – Penfolds – South Australia

Lagenwein

Herkunft
Der 2023 St. Henri Shiraz gehört zu den großen Klassikern von Penfolds und ist stilistisch der bewusste Gegenentwurf zum Grange. Wichtig ist auch beim 2023er: St. Henri ist kein reiner Barossa Valley Shiraz, sondern ein Multi-Regional-Blend. Die Trauben stammen aus McLaren Vale, Barossa Valley, Frankland River, Port Lincoln und Padthaway. Penfolds gibt für diesen Jahrgang als Rebsorte ausschließlich Shiraz an.

Die Geschichte des St. Henri reicht bis in die frühen 1950er-Jahre zurück, der erste kommerzielle Jahrgang war 1957. Seine Besonderheit ist bis heute dieselbe: großer australischer Shiraz, der seine Persönlichkeit nicht aus neuem Holz, sondern aus Frucht, Struktur und Flaschenreife entwickelt.

Ausbau
Der 2023er reifte 12 Monate in großen, gebrauchten Holzfässern. Neues Holz spielt keine Rolle. Genau das unterscheidet St. Henri fundamental von vielen anderen australischen Spitzen-Shiraz und auch von Penfolds’ eigenem RWT oder Grange. 

Was mir an diesem Konzept gefällt: Bei einem Wein dieser Konzentration wird nicht noch zusätzlich Vanille, Toast und süße Barriquewürze oben draufgelegt. Der Shiraz darf ziemlich unverstellt sprechen.

Aroma & Geschmack
In der Nase zunächst Brombeere, Heidelbeere und dunkle Pflaume, sehr konzentriert, aber nicht marmeladig. Dahinter kommen schwarzer Tee, Fenchel, Lakritz und eine deutlich herzhafte Seite. Penfolds beschreibt zusätzlich Eisen, Feuerstein, Brennnessel und Goji-Beere – ungewöhnliche Beschreibungen, die aber gut zeigen, wie wenig dieser Wein auf klassische süße Barriquearomatik setzt.

Am Gaumen ist der St. Henri saftig und großzügig, gleichzeitig aber deutlich straffer, als die dunkle Frucht zunächst vermuten lässt. Schwarze und blaue Beeren treffen auf Olive, Fenchel, Lakritz und Umami-Würze. Gerade diese herzhafte Komponente gefällt mir richtig gut.

Das Tannin ist feinkörnig, engmaschig und präsent. Es gibt dem Wein Länge und verhindert, dass die reife Shiraz-Frucht breit wird. Dazu kommt genügend Frische, um die 14,5 % Alkohol gut einzubinden. Das Finale ist lang, dunkel und würzig, mit schwarzer Frucht, Tee, Lakritz und einer leicht mineralisch-eisigen Note.

Speiseempfehlung
Sehr schön zu Lammrücken, Côte de Boeuf, geschmortem Rind oder Wild. Auch Entenbrust kann hervorragend funktionieren.

Besonders spannend finde ich Gerichte mit schwarzen Oliven, Rosmarin, Fenchel oder kräftiger Jus, weil sie die herzhafte Seite des Weines aufnehmen. Im jungen Stadium würde ich ihn aus einem großen Glas trinken und ihm ordentlich Luft geben.

Jahrgangseinordnung
2023 war in Südaustralien ein ungewöhnlich kühler und feuchter Jahrgang. La-Niña-Bedingungen brachten überdurchschnittliche Niederschläge im Winter und Frühjahr. Die Blüte verlief kühl und wechselhaft, wodurch die Erträge in vielen Shiraz-Parzellen geringer ausfielen. Auch der Sommer blieb vergleichsweise mild und ohne ausgeprägte Hitzeperioden. Die Lese fand später als üblich statt. 

Florians Fazit
Der 2023 St. Henri gefällt mir richtig gut, weil er zeigt, dass großer australischer Shiraz nicht automatisch nach neuem Barrique schmecken muss.

Da ist ordentlich Brombeere, Heidelbeere und dunkle Pflaume, aber fast noch spannender finde ich das, was dahinter passiert: Olive, schwarzer Tee, Fenchel, Lakritz und diese leicht eisenhaltige, mineralische Würze.

Am Gaumen hat der Wein Kraft, wirkt aber erstaunlich präzise und kontrolliert. Die Tannine sind fein, aber richtig straff, und hinter der dunklen Frucht steckt genügend Frische. Vor allem fehlt diese süßliche Vanille- und Toastaromatik, die man bei einem Shiraz dieser Gewichtsklasse vielleicht erwarten würde.

Für mich ist genau das der Reiz von St. Henri: viel australische Shiraz-Frucht und Substanz, aber ohne Holzshow. Der 2023er wirkt dunkel, würzig und ernsthaft, gleichzeitig erstaunlich frisch. Noch sehr jung – und definitiv ein Wein, dem ich einige Jahre im Keller geben würde.

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