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Kategorie: Domaine Gugenberger
Domaine Gugenberger – Ein neues Kapitel im Elsass
Die Domaine Gugenberger ist für mich genau die Art von jungem Projekt, die Wein so spannend macht: Zwei Geschwister kehren in ihre Heimat zurück, bringen Erfahrungen aus großen Weingütern mit und beginnen noch einmal ganz bewusst von vorne.
Hinter der Domaine stehen Claire und Paul Gugenberger. Beide stammen aus dem Elsass und hatten schon lange den Wunsch, irgendwann gemeinsam ein eigenes Weingut aufzubauen. Bevor es dazu kam, führte ihr Weg allerdings erst einmal hinaus in die Weinwelt.
Claire arbeitete mehrere Jahre für die DBR-Gruppe rund um Château Lafite Rothschild und konnte dabei internationale Weingüter und unterschiedliche Weinbaukulturen kennenlernen. Paul wiederum sammelte als Kellermeister des Karthäuserhofs an der Ruwer intensive praktische Erfahrung. Irgendwann führte sie ihr gemeinsamer Weg zurück ins Elsass – und nach Mittelbergheim.
Mittelbergheim und der Kalkstein
Dass die beiden gerade hier ihre Domaine gegründet haben, ist kein Zufall. Mittelbergheim liegt am Fuß der Vogesen und besitzt ein Terroir, das hervorragend zu ihrer Vorstellung von Wein passt.
Das trockene, halbkontinentale Klima des Elsass bringt warme Sommertage und kühle Nächte, während die Vogesen einen großen Teil der vom Atlantik kommenden Niederschläge abhalten. Die Böden rund um Mittelbergheim bestehen überwiegend aus Kalkstein und Mergel sowie teilweise kalkhaltigem Ton.
Genau dieser hohe Kalkanteil war für Claire und Paul ein entscheidender Grund, sich hier niederzulassen. Sie suchen keine schweren oder überladenen Weine, sondern Frische, Mineralität, Präzision und Reifepotenzial.
Sieben Hektar und ein historischer Keller
Heute gehören rund 7 Hektar biologisch bewirtschaftete Weinberge rund um Mittelbergheim zur Domaine.
Das Weingut selbst liegt mitten im historischen Dorf und besteht aus mehreren landwirtschaftlichen Gebäuden sowie einem denkmalgeschützten alten Haus. Besonders schön finde ich, dass die Weine im unterirdischen historischen Keller dieses Hauses ausgebaut werden – ein junges Projekt, das an einem Ort mit viel Geschichte entsteht.
Sylvaner im Mittelpunkt
Auch bei den Rebsorten gehen Claire und Paul einen sehr klaren Weg. Die Domaine erzeugt ausschließlich trockene Weine und arbeitet mit den klassischen Rebsorten des Elsass. Eine besondere Rolle spielt dabei jedoch der Sylvaner.
Das finde ich besonders spannend. Während Riesling, Pinot Gris oder Gewürztraminer international meist deutlich stärker mit dem Elsass verbunden werden, möchten die beiden gerade dem Sylvaner eine besondere Bühne geben. Auf den kalkreichen Böden von Mittelbergheim besitzt die Rebsorte hervorragende Voraussetzungen für genau den Stil, den sie suchen: trocken, geradlinig, mineralisch und präzise.
Das Portfolio wird dabei in zwei unterschiedliche Linien gegliedert, die beide für Reinheit, Präzision und eine klare Identität stehen sollen.
2025 – alles beginnt
Besonders spannend ist der Zeitpunkt: 2025 ist der erste Jahrgang der Domaine Gugenberger.
Wir erleben hier also nicht die nächste Generation eines bereits etablierten Weinguts, sondern können ein Projekt praktisch von Beginn an begleiten. Claire und Paul bringen Erfahrung mit, kennen die internationale Weinwelt und haben sich trotzdem bewusst dafür entschieden, zurück ins Elsass zu gehen und etwas Eigenes aufzubauen.